Schlaflos in Chiang Mai – Die ernüchternde Haussuche
Ursprünglich hatten wir geplant einen oder anderthalb Monate im Süden an den Stränden zu verbringen
und uns dann in den Norden zu begeben, wo wir für die restliche Zeit ein Haus
suchen, damit es für die Kinder nicht zu viel wird.
Wir dachten Chiang Mai sei der richtige Ort, da es als Stadt
so viel zu bieten hat, landschaftlich schön gelegen ist und man nur Gutes über
diese Stadt hört und liest. Außerdem soll es dort Häuser wie Sand am Meer geben
und diese auch dazu noch günstig.
Nachdem unsere Haussuche auf Koh Phangan so easy verlaufen
ist: Tom hat sich ein Auto gemietet und ist damit 3 Stunden durch die Gegend
gefahren und hatte danach vier Häuser am Start, die alle zwar nicht perfekt
waren, aber gut genug um einen Monat auf der Insel zu verbringen. Den nächsten
Tag haben die Kinder und ich dann eins der vier Häuser ausgewählt und wir sind zwei
Tage später eingezogen.
Mit dieser Erfahrung sind wir nach Chiang Mai und haben uns
über diverse Facebook-Gruppen beraten lassen, welches denn der für uns
geeignete Stadtteil ist. Dabei hatten sich dann zwei Stadtteile
herauskristallisiert, in denen wir verstärkt gesucht haben via Internet und mit
Immobilienmaklern, doch leider war es dann doch nicht so leicht ein Haus zu
finden, dessen Besitzer bereit ist für nur einen Monat einen Mietvertrag
abzuschließen (mit der Option auf Verlängerung) oder die Häuser hatten keinen
bzw. kaum Garten oder sie lagen in einer Gated Community, die ggf. für Leute,
die dauerhaft in Chiang Mai wohnen eine gute Wohnlage darstellt, aber nicht für
uns Langzeittouristen. Die Gated Communities fallen für mich unter die
Kategorie „Schlafstätte“ - ohne Shops, Restaurants, Cafés etc. aber häufig mit
gemeinsam nutzbaren Pool und Fitnessgeräten. Die Häuser sind eher im
amerikanischen oder mediterranen Stil gebaut und könnten eigentlich überall
stehen, ihnen fehlt das Thailand-Flair der Holzhäuser mit ihren großen Veranden.
Auch die Qualität der Häuser war nicht gerade berauschend. Leider sind wir noch
nicht bei Thais zu Hause gewesen, aber mich würde mal interessieren, ob sie
auch so minimalistisch eingerichtet sind wie die möblierten Häuser, die wir
angeschaut haben. Ein Schrank ist kein Muss!
Über Airbnb hatten wir dann ein tolles Thaistyle-Haus
gefunden, das leider außerhalb unseres Budgets lag. Wir haben dann trotzdem
angefragt, aber hatten nicht daran geglaubt, dass sie ihren Preis um 1/3 senken
würden. Doch zu unserer Überraschung haben sie dies akzeptiert und waren auch
gleich bereit uns das Haus am kommenden Tag zu zeigen. Der Verwalter hat uns
dann mit seiner Freundin abgeholt, vor Ort haben wir die Besitzerin getroffen
und alles war super. Die Kinder haben sich gefreut schon am nächsten Tag in ein
so großes Haus mit riesigem Garten einzuziehen. Doch auf den von uns genannten
Preis sollte nun doch noch die Airbnb Servicegebühr von angeblich 3-5%
aufgeschlagen werden, was wir dann aber okay fanden. Leider lag die die Gebühr
jedoch bei 17%, womit das Haus außerhalb unseres Budget lag. Wir haben dann
eine halbe Stunde per WhatsApp diskutiert und quasi gestritten. Dieses Mal
wollten wir nicht nachgeben wie sonst, aber leider war unser Gegenüber auch
nicht kompromissbereit, so dass wir Hals über Kopf eine neue Bleibe suchen
mussten, da unser Hostel bereits ausgebucht war und wir nicht verlängern
konnten.
Wie durch ein Wunder haben wir dann ein Apartement im hippen „In-Stadtteil“ in Chiang Mai gebucht, in dem sich viele Digital Nomads mit der passenden Infrastruktur angesiedelt haben – ein gentrifizierter Stadtteil wie er im Buche steht. Letztendlich war das Appartement gar kein Appartement, sondern ein geräumiges Stadthaus mit kleinem Garten, das ganz hingegen unser üblichen Erfahrung liebevoll eingerichtet war. Wir waren alle sofort begeistert. Die erste Nacht war jedoch nicht so toll für mich, da ich von irgendwelchen Bettwanzen oder Moskitos gebissen wurde, die mir den Schlaf raubten. Die nächsten Nächte war der Fluch aber vorbei. Leider konnten wir in dem Stadthaus nicht für einen Monat bleiben, da es bereits gebucht war.
Auch wenn Chiang Mai eine lebenswerte Stadt ist, fand ich
sie für uns unpassend, da wir nicht direkt in der Stadt leben wollten (dort
wohnen wir ja schon in Dortmund), aber auch nicht in Suburbia und ganz außerhalb
kam nicht in Frage, da wir nicht ausreichend motorisiert sind.
Ich hatte nach der frustrierenden Haussuche meine ganze
Hoffnung in das Backpacker-Hippie-Städtchen Pai in den Bergen gelegt, von dem uns
so vorgeschwärmt wurde - ... und tatsächlich haben wir heute am 2. Tag hier in
Pai unseren Mietvertrag unterschrieben für ein geräumiges Thaistyle-Haus,
umgeben von Reisfeldern und nicht weit vom Stadtzentrum entfernt. Wir
hoffen nur, dass sich das Ungeziefer dort in Grenzen hält. Jetzt haben wir einen
Monat Verschnaufpause um zu überlegen, ob wir das Haus länger mieten, ein
anderes Haus in Pai oder nach Chiang Rai oder sonstwo weiterreisen.
| Chiang Mai markets and street vendors |
Temples...
| (formally) Peaceful rooftop restaurants |
| (formally) contented pigeons.. |
More temples...
... and a few breaks for ice cream
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